Übergabe der Petition in Warszawa, den 21.12.2015

Präsidenten-Kanzlei Am Sonntag, den 20.12.2015 sind wir nach Warschau aufgebrochen. Petra, Paulina – eine Bekannte aus Köln, die ebenfalls versucht ihre beiden 2-jährigen Zwillinge aus Polen zurück nach Hause zu holen – und ich, Papa von Lara. Nach 6-stündigen Autofahrt haben wir uns relativ günstig im Hostel einquartiert. Am nächsten Tag stand volles Programm auf der Tagesordnung.

Um 09.00 stand zunächst das Justizministerium auf dem Plan. Meine Anwältin aus Szczecin Frau A. S. ist dazu gekommen und übergab auch offiziell schriftliche Anträge. Der Justizminister Herr Zbigniew Ziobro hat uns natürlich nicht persönlich empfangen können, er war leider mit anderen Dingen und Regieren beschäftigt. Aber wir haben als seinen Bevollmächtigten Herrn Richter Kuziak vom Justizministerium, Zentrale Behörde für internationale Kindschaft- und Sorgerechtskonflikte. Er kannte die Sache bereit von dem ersten Entführungsfall im Jahre 2011, bei dem die polnische Justiz das Verfahren nach HKÜ über 10 Monate lange verschleppt hatte – ich habe eine Untätigkeitsbeschwerde eingelegt und der polnische Staat hat mir damals 500 Euro Entschädigung zugesprochen (was in Bezug auf die Kosten, die ich zu tragen hatte, lächerliche Summe gewesen ist). Er sicherte uns zu, entsprechende Anträge an die übergeordnete Gerichte zu stellen, um eine Aufsichtsinstanz für die Verfahren (Zwangsentnahme des Kindes, Strafverfahren gegen die Großmutter) zu etablieren.

Kinderschutzbeauftragter

Als weiteren Termin hatten wir einen Termin bei der Kinderschutzbeauftragten des SEJM (polnisches Parlament) Herrn Marek Michalak um 11.00 Uhr. Wartend wir auf die Bevollmächtigten Mitarbeiterinnen Frau Ewelina Rzeplińska-Urbanowicz und Frau Katarzyna Czaj-Trzcinska warten, entdecken wir die Charta der Kinderrechte.

Nach dieser Charta hat jedes KindKinderrechts-Charta

Es ist traurig, dass alle Rechte von Lara zur Zeit missachtet werden.

Nach einer langen Unterredung versprachen auch die beiden Damen sich engagiert für Lara einzusetzen – und auch ebenfalls in beiden Verfahren. Hoffentlich hilft es.

Als nächste Station stand schon das Büro des polnischen Präsidenten Adrzej Duda auf dem Plan. Herr Präsidenten-KanzleiPräsident hatte natürlich auch keine Zeit für uns – wir konnten jedoch offiziell die Petition in 6 Sprachen mit zum damaligen Zeitpunkt 716 ausgedruckten elektronischen Unterschriften übergeben. Wir bekamen Eingangsbestätigung der Petition und warten der Dinge, die noch kommen.

Dann fuhren wir gemeinsam zum Innenminister Herrn Mariusz Błaszczak, der meinen Antrag noch nicht beantworten konnte. Wir bekamen zwar keinen Termin, aber dafür hieß es, dass der Antrag beim Herrn Minister bereits zur Vorlage liegt – somit hoffen wir auch hier ein positives Echo zu bekommen. Wir konnten einen weiteren schriftlichen Antrag übergeben.

Um 14:30 hatten wir nach einer kurzen Mittagspause einen wichtigen Termin beim Polizeihauptkommissariat in Warschau. Der Kommandant konnte uns auch nicht persönlich empfangen, dafür hat er Herrn Grzegorz Prusak von der Koordinierungsstelle für die Suche nach Vermisstenpersonen bevollmächtigt. Es gab eine Reihe von Informationen, was bereits gemacht wurde, was die weiteren Ideen und Schritte sind und eine Zusicherung, dass alles unternommen wird, dass Lara endlich gefunden wird. Auf einige unserer Fragen haben wir leider keine befriedigende Antwort erhalten.

Um 17:30 folgte noch ein Besuch bei der Deutschen Botschaft in Warschau. Ich wurde empfangen von Frau Göttmann. Wir teilten gegenseitig unsere Sichtweise und ich trat an Frau Göttmann mit der Bitte unser Anliegen der Sache der vermissten Lara mehr diplomatisches Gewicht zu verleihen weiter zu geben.

In Summe ein sehr anstrengender Tag – mal wieder in Polen – mal wieder auf der Suche nach Hilfe – mal wieder auf der Suche nach Lara. Wir waren dann gegen 1:00 Uhr in der Nacht wieder zu Hause in Berlin.

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